Tage wie noch nie in der französischen Brie

Am verlängerten Wochenende über Christi Himmelfahrt erwiderte die Gesellschaft für europäische Beziehungen (GEB) aus Bedburg-Hau den Besuch ihrer französischen Partnergemeinde La Ferté-Gaucher in der Brie.

Auf dem Weg besuchten die 45 Reisenden die Ausstellung „Krieg und Frieden in den Ardennen“ in Novions-Porien. Dieses im Jahr 2018 eröffnete Museum (Musée Guerrre et Paix en Ardennes) dokumentiert in eindrucksvoller Weise die historischen Verwicklungen von Deutschen und Franzosen in drei Kriegen: im deutsch-französischen Krieg 1870/71 und in den zwei Weltkriegen von 1914-1918 und 1939-1945.

Am Ankunftstag in La Ferté-Gaucher gab es abends einen sehr herzlichen Empfang im Rathaus. Die französischen Freunde hatten für die deutsche Gruppe ein äußerst vielseitiges Programm zusammengestellt und das gute Wetter dazu gleich mitbestellt. Der Tagesausflug nach Paris begann mit einer mitreißenden Führung im Museum der Schaustellerei aus dem 19. und 20.Jahrhundert (Musée des Arts forains) .Kindheitserinnerungen wurden wach beim Fahren in nostalgischen Karrussels, auf Pferden, „alten“ Fahrrädern oder in Gondeln, sowie bei der Betrachtung der typischen Figuren der Commedia del Arte, begleitet jeweils mit der entsprechenden Musik von Drehorgeln oder Melodien aus Oper und Operette. Im Anschluß daran nutzten viele die Gelegenheit zu einem individuellen Spaziergang, um bekannte Pariser Sehenswürdigkeiten zu besuchen, wie den Eiffelturm, das Centre Pompidou oder die durch einen Brand geschädigte Kathedrale Notre Dame vom Seineufer aus zu betrachten..

An einem anderen Tag traf sich die deutsch-französische Gruppe bei sommerlichen Temperaturen in einem biologischen Bauerncafé. Dort wurde unter schattigen Bäumen des großen gepflegten Gartens ein sehr schmackhaftes Picknick eingenommen. Hinzu kamen in einer Korbweidewerkstatt interessante Informationen über Anbau und die vielfältige Verarbeitung von Weiden zu Hecken, Körben u.a. Auch die Besichtigung einer ehemaligen Druckerei fand aufmerksame Besucher.

Das Départementmuseum „Musée de la Seine-et-Marne“ gab weitere interessante Einblicke in die frühere Lebens- und Arbeitsweise der Menschen in der Brie. Gezeigt wurde vor allem traditionelle Handwerkskunst: Eine über 100-jährige Webmaschine stellte modische Bänder und Etiketten für bekannte Modehäuser und außereuropäische Länder her. Große Mühlsteine, aus regionalen Kalk-und -sandsteinschichten abgebaut, wurden in Getreidemühlen eingesetzt, um den vor allem in der Brie angebauten Weizen zu mahlen und die Bäckereien mit dem Mehl zu beliefern, aus dem u.a. die beliebten Baguettes gebacken werden konnten.

Besonders feierlich war das abendliche Festbankett zu Ehren der deutschen Reisegruppe. Dabei brachte der Bürgermeister von La Ferté-Gaucher, Dr.Yves Jaunaux, seine Freude über die langjährige Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden zum Ausdruck und sagte weiterhin seine Unterstützung der regelmäßigen Begegnungen zu.
Als kleines Gastgeschenk hatte eine Mitreisende für jeden Franzosen bunte Tonvögel gebastelt, die mit dem bekannten Volkslied „Alle Vögel sind schon da“ übergeben wurden.
Eine kleine Gruppe der „Klever Stadtmusikanten“ trug vor allem mit ihren musikalischen Beiträgen zur fröhlichen Stimmung bei, weil sie bekannte französische und deutsche Lieder aufspielten, zu denen kräftig gesungen wurde. Auch in der gemeinsamen sonntäglichen Messe bereiteten die klassischen Musikstücke allen viel Freude und verstärkten auch auf diese Weise die deutsch-französische Verbundenheit der beiden Partnergemeinden.

Am Sonntagnachmittag, nach einem hervorragenden Buffet, trat schließlich die deutsche Gruppe die Heimreise an. Hier wurden wir am späten Abend mit Blitz, Donner und kräftigem Regen empfangen, wobei allen deutlich wurde, dass dieser Aufenthalt bei den französischen Freunden in La Ferté-Gaucher wie im Traum vergangen war.